Demokratische Rechte

Tradition und Moderne

Archive for Oktober 2008

Wollten die 68er das?

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War die 68er-Revolte notwendig? Mal eine ehrliche, persönliche Meinung:
Ich kann das als Nachgeborener nicht gut nachvollziehen, vielleicht war es so, vielleicht empfanden das viele als notwendig. Ich weiß nicht, wie es mir damals ergangen wäre.

Es ist halt so: Die 68er haben in einer kulturhomogenen, durch Konventionen und Sitten geregelten Gesellschaft gelebt. Diese Dinge halten Gesellschaften zusammen, aber auf sie hat es eher einengend gewirkt. Sie haben Krieg und Not nicht miterlebt, ihr persönlicher Erlebnishorizont war der wachsende Wohlstand. Warum, wenn man doch das Leben genießen kann, Marcuse lesen und Gruppensex praktizieren kann (polemisch gesagt), warum sich dann einengen lassen durch den Muff von 1000 Jahren? Dazu zählte selbstverständlich nicht nur explizit faschistoides sondern alles, was irgendwie mit Tradition und Konvention zusammenhing, ob Kleidernormen oder Volkslieder, ob Autorität in der Erziehung oder Rekurs auf ein „Volk“.

Das hatte, und dieses Wort ist mein Zugeständnis an die 68er, eben einige nicht-intendierte Konsequenzen:
Selbstverwirklichung und „Befreiung“ in Erziehung und Partnerschaft, Lebensentwürfen, Kultur, gesellschaftlichem Zusammenleben und Arbeit führte zur Erosion von familiären, normativen, kulturellen Fundamenten. Folgen: Kinderarmut, egozentrische Ellenbogengesellschaft, Patchwork-Identitäten und und und…
Die Ergebnisse kannst Du Dir bei „Deutschland sucht den Superstar“ und Co. ansehen: Eine Generation degenerierter Individualisten, die sich selbst verwirklichen, „ihren Weg gehen“ wollen, Ruhm und Geld ohne bodenständige Arbeit und Tugenden, die trotz ihres Individualismus mehr von kollektiven Trends und dem Zeitgeist abhängig sind als jeder NS-Mitläufer, nur im hier und jetzt leben ohne Bindung zu Vergangenheit, Zukunft oder gar Transszendenz, die irgendwann mit 47 nach der fünften geschiedenen Ehe kinderlos im Drogenrausch auf ihr gescheitertes Leben blicken und ihr Heil in fernöstlichen Meditationskursen oder dem Islam suchen und nach ein paar weiteren Umschwüngen dann irgendwann ihr Hartz4-Geld versaufend auf den Tod wartend dahinvegetieren.

Also gut, wie gesagt, die meisten 68er haben das vielleicht nicht so gewollt, so wie ein „Alldeutscher“ vielleicht nicht gewollt hat, dass das ganze mal in Auschwitz endet, aber so ist es nunmal. Wir als Nachgeborene wissen es nun halt, was aus dem ganzen Spaß geworden ist, und unser Urteil muss vernichtend ausfallen, auch wenn manchen damals vielleicht ganz anderes vorgeschwebt ist als eben beschriebene Zustände, z.B. irgendeine Gesellschaft voller mündiger, aufgeklärter, partizipierender Bürger… Tja, willkommen in der Realität: „Du bist im Recall, LaKeisha!“ *heul* *kreisch*

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Demokratietheoretische Sicht von Multikulti

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1. Was ist Demokratie?
Etymologisch = Herrschaft des Volkes über sich selbst.

2. Wer ist dieses Volk?
Gemäß dem Ausspruch Ciceros nicht „jede beliebige Ansammlung von Menschen“, sondern nach seit jeher vorherrschender, unstrittiger Lehre eine Ansammlung von Menschen, bei denen bestimmte Gemeinsamkeiten (Sprache, Geschichte, geogr. Lage, Kultur…) dafür sorgen, dass sie sich mit dem „Demos“ identifizieren.

3. Wieso das jetzt überhaupt?
Die Begründung des Staates in der Demokratielehre, vor allem in der modernen liberalen Demokratie, erfolgt darüber, dass der Einzelne die Belange der Gesamtheit als seine eigenen Belange begreift und sich daher notfalls einer Mehrheitsenscheidung unterwirft, auch wenn sie seiner eigenen Meinung widerspricht. Nur so kann in der liberalen Demokratie gerechtfertigt werden, dass der Staat in die Belange des Einzelnen eingreift, notfalls gegen seinen Willen. Der Pluralismus der Meinungen und Weltanschauungen hat zur Basis die fundamentale Gleichheit der Zugehörigkeit zum Demos. Auf dieser Basis toleriert das Individuum, dass Mehrheiten womöglich gegen seine Ansichten sind, da er die Belange der Gesamtgesellschaft als Teil seiner eigenen Belange begreift.

4. Wie wird das garantiert?
Gar nicht. Mit den bekannten Worten des Staatsrechtlers Böckenförde beruht der moderne Verfassungsstaat auf der Grundlage dieser fundamentalen Gemeinsamkeiten, die er selbst nicht garantieren/schaffen kann. Wenn sich diese Gemeinsamkeiten auflösen, sei es durch wahnhaften Antikulturalismus der 68-er-Facon, sei es durch Pluralisierung der Gesellschaft durch Massenzuzug, hat die liberale Demokratie keine Mittel, die Voraussetzungen ihres Funktionierens wieder herzustellen.

5. Was ist die Folge daraus?
Schritt für Schritt delegitimiert sich das politische System, da Entscheidungen nicht mehr getragen werden. Wer sich nicht als Teil des Demos begreift, aus falsch verstandener Emanzipationsideologie heraus oder aufgrund der Identifikation mit einem anderen Demos (neudeutsch: Migrationshintergrund), kann auch die Entscheidungen nicht akzeptieren, die Repräsentanten in seinem Namen treffen. Umgekehrt sind auch diese Repräsentanten ohne jeden Anhaltspunkt für ein zu verwirklichendes Gemeinwohl und vertreten Partikularinteressen von Pressure Groups jeglicher Couleur. Die egozentrische Ellenbogengesellschaft ist entstanden, gleichzeitig besteht die Gefahr, dass sich größere Blöcke anhand ethnischer, kultureller oder anderer Merkmale gegeneinander abspalten.
All diese Merkmale können wir im Moment beobachten, zusammen mit der sinkenden Wahlbeteiligung als typischem Indikator.

Eine solche Gesellschaft driftet in einen Zustand hinein, in dem die mangelnden Konsensmöglichkeiten entweder zur völligen Unregierbarkeit oder aber zu einer autoritären Herrschaftsform führen müssen. Tertium non datur.

Die liberale Demokratie hat sich selbst entliberalisiert.

Als geistig umnachtet sind daher all diejenigen Psychopathen zu titulieren, die sowohl eine multikulturelle Gesellschaft als auch einen Ausbau liberaler und demokratischer Merkmale fordern. Das ist wie aus der Kuh mehr Milch herausbekommen zu wollen, indem man ihren Kopf dafür öfter mit dem Bolzenschussgerät traktiert. Aus demokratietheoretischer Sicht jedenfalls ein Wahnsinn.

Die Rechten von heute – Eine Analyse

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Was ist bloß aus den Rechten geworden? Die einen jammern bis zum geht nicht mehr (Überfremdung hier, Überfremdung da), andere trauern vergangenen Zeiten nach (Hitler war der geilste, etc.), wiederum andere geilen sich an einer einzigen Äußerung auf, die einem nicht zusagt. Da ist es egal, dass man mit dieser Person zu 99,9999999% die gleichen Ansichten hat, diese eine Äußerung reicht einem, um einen anderen als Antisemiten, Nazi oder Rechtsextremen darzustellen. Dieser Gruppe geht es einfach und allein nicht um Deutschland, sondern nur um ihre eigene Profilneurose. Deutschland ist ihnen egal, sonst würden sie darüber hinwegschauen. Die Rechten faseln von Zusammenhalt, Loyalität und Kameradschaft. Doch sind sie meist die ersten, die diese Werte vergessen. Warum ist denn die Antifa so stark? Denen ist es egal, ob der Demonstrant neben ihnen Marxist, Kommunist, Sozialist oder Grüner ist. Ihnen geht es um die Sache. Und was machen wir Rechte? Wir jammern, dass die Medien falsch über uns berichten, zerfleischen uns liebgern selbst und reden im Endeffekt nur. Was wir nicht machen, ist, zusammen für unser Vaterland zu kämpfen. Wir müssen endlich mal akzeptieren, dass es andere Meinungen in unserem Spektrum existieren und diese akzeptieren. Wir müssen sie ja nicht teilen, aber warum bekämpfen wir unsere Brüder, die selbt für ein besseres Deutschland sind? Warum ist es uns so wichtig, wie die Medien über uns berichten und nicht, was das Volk von uns hält? Wie soll das Volk denn eine Rechte Partei wählen, die Selbstbewusstsein fordert, aber nichts, absolut garnichts davon zeigt? Und warum ist es vielen Rechten wichtig, dass Deutschland sich an eine andere Nation bindet? Ist dies wirklich nationales Denken? NEIN! Wäre für Deutschland ist, also Nationalist ist, denkt daran, wen Deutschland an sich binden kann und nicht wen wir uns anbiedern. Dadurch machen wir uns nur zum Spielball dieser Nation. In unserem Denken muss zuerst Deutschland kommen und nicht Russland, USA oder Westtimor. Wenn wir Rechten uns nicht langsam mal einen, dann wird Deutschland nicht mehr zu retten sein. Und das hat nichts mit den Linken zutun, die fehler liegen bei uns. Warum schaffen wir es nicht, die ca. 10 Millionen Nichtwäher zu mobilisieren? Warum? Ganz einfach, weil wir es ja noch nicht mal schaffen, in unseren Reihen Geschlossenheit zu zeigen. Wir gehen 1000-mal lieber auf einen Rechten los (verbal), als auf einen Linken, Kommunisten, Antifanten, Sozi, Grünen oder wie die sich auch immer nennen mögen. Fakt ist, wir Rechten sind der Grund, dass Deutschland so ist, wie es ist. Denn wir lassen es ja einfach zu, ohne irgendwas zu machen. Wo sind denn die großen Demos? Ich seh keine. Die NPD feiert eine Demo mit 100 Mitglieder als Nationalen Erfolg, die Reps sind froh, wenn sie einen Politikstammtisch irgendwo in der Einöde mit 10 Leuten hinbekommen. Die DSU freut sich, wenn noch jemand weiß, was DSU bedeutet. Wo sind denn die selbstbewussten Parolen der Parteien im rechten Spektrum hin? Wo sind die engagierten Leute, die den alten mal in den Arsch treten? Wo bleibt die Jugend in diesem Land? Ich sag es euch. Sie geht lieber zu Megges, spielt mit seiner PS3 oder verblödet vor der neuen Jambawerbung. Was nur aus Deutschland geworden ist, es war mal ein so glorreiches Land mit selbstbewussten Menschen, jetzt reden nur alle davon, ziehen aber sofort den Schwanz ein, wenn es darauf ankommt, es zu zeigen.

Written by Preuße

14.10.08 at 14:39:43

Chancen der Finanzkrise, Aufatmen in Dresden und ganz viel Grund zum Schämen

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„Endlich Schluss“, schreibt der Spiegel erleichtert, sei nun mit der Deutung des „vermeintlichen Terror[s]“ der Alliierten in Dresden als „Bombenholocaust“ durch Neonazis. Grund: Die Zahl der Toten wurde deutlich nach unten korrigiert, eine Hisorikerkomission bezifferte sie mit höchstens 25.000. Zum Glück, kann man da nur sagen, zum Glück bewahrheiteten sich nicht die Schätzungen, die von einer sechsstelligen Zahl ausgingen, denn sonst hätte es ja womöglich einen Anlass gegeben, sich moralisch zu entrüsten aufgrund von Verbrechen, die an Deutschen verübt wurden. Aus dem gleichen Grund wurde in diesem Jahr auch abgelehnt, den Ausspruch „Scheiß Deutscher“ als Volksverhetzung zu werten, im Gegensatz zu Fällen, wo andere Nationalitäten oder Religionsgemeinschaften an Stelle des „Deutscher“ stehen. Denn heutzutage gilt es als „rechts“, irgendwie auf seine deutsche Herkunft zu rekurrieren, selbst wenn es nur dazu dient, sich eines Angriffes auf ebendiese zu erwehren. Daher werden alle möglichen Anlässe dazu präventiv umgedeutet. Schade eigentlich, dass noch keiner herausfand, dass im Zweiten Weltkrieg eigentlich gar niemand zurückgeschossen hat. Oder dass es Gewaltkriminalität durch Migranten nie gab. Je schuldloser alle anderen, desto alleinschuldiger „die Deutschen“ (als diffuses Kollektivkonstrukt), desto mehr lohnt es sich, den „arsch huh“ gegen Neonazis wie „pro Köln“ zu bekommen.

Auch erfreulich: „Zur Panik besteht kein Grund.“ Gemeint ist die aktuelle Finanzkrise. Deutsche Firmen gehen nämlich „mit einer gestärkten und nicht etwa geschwächten internationalen Wettbewerbsfähigkeit aus den tektonischen Verschiebungen der Finanzmarktkrise hervor.“ Nun wird zwar vielleicht selig, wer’s glaubt, aber dadurch noch lange nicht wettbewerbsmäßig gestärkt. Egal.

Zum Schluss nochmal Anlass zur Selbstkritik. Nach der Volksverhetzung gegen alevitische Mitbürger wird nun auch gegen die Sinti und Roma – „ähnlich wie gegenüber den Juden“ – kräftig gehetzt. Und zwar im „Tatort“. Wieso zieht man da nicht endlich mal die Konsequenzen daraus? Wieso wird nicht endlich mal juristisch normiert, dass nur weiße, männliche, christliche Deutschstämmige in den „Tatorten“ die Bösen spielen dürfen? Damit wäre allen geholfen. Die beklagen sich nämlich ganz bestimmt nicht, ansonsten sind sie halt einfach rechtsextrem.
So oder so ähnlich is auch das deutsche Schulsystem, da es Migranten strukturell benachteiligt. Das erkennt man daran, dass Migranten schlechter abschneiden. Chancengleichheit heißt nämlich, dass nicht die Begabung über die Ergebnisse entscheidet, sondern alle ethnischen Gruppen einen gleich hohen Anteil an Abiturienten aufweisen müssen – sonst liegt Diskriminierung vor. Da sei es nur verständlich, dass die Türken sich jetzt eigene Wege suchten. Ja, nur allzu verständlich! Wenn die türkischstämmigen SchülerInnen auf den türkischen Privatschulen nun besser abschneiden als auf den deutschen öffentlichen, dann beweist das, dass letztere einfach ungerecht sind. Damit sich von nun an keiner mehr benachteiligt fühlt, sollte man lauter Privatschulen gründen, Intensivtäter und Grenzdebile hineinstecken, und da die Noten in diesen Klassen wohl kaum alle am unteren Rand liegen werden, sondern ebenfalls mehr oder weniger eine Normalverteilung bilden werden, da es auch unter den Grenzdebilen stets etwas mehr und etwas weniger Grenzdebile gibt, „beweist“ der bessere nominelle Notenschnitt, den die Grenzdebilen in der Grenzdebilenklasse gegenüber den Grenzdebilen in der gemischten Klasse besitzen, dass letztere exzessiv benachteiligt waren. Dies ist zwar selbstverständlich nur eine Analogie, aber lässt die logische Kohärenz solcher Argumentationen unmittelbar einleuchten.

Lasst uns uns also schämen und froh drüber sein – die Essenz des heutigen Medienspiegels.

Written by anzg23

01.10.08 at 21:12:39

Veröffentlicht in Allgemein