Demokratische Rechte

Tradition und Moderne

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Wollten die 68er das?

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War die 68er-Revolte notwendig? Mal eine ehrliche, persönliche Meinung:
Ich kann das als Nachgeborener nicht gut nachvollziehen, vielleicht war es so, vielleicht empfanden das viele als notwendig. Ich weiß nicht, wie es mir damals ergangen wäre.

Es ist halt so: Die 68er haben in einer kulturhomogenen, durch Konventionen und Sitten geregelten Gesellschaft gelebt. Diese Dinge halten Gesellschaften zusammen, aber auf sie hat es eher einengend gewirkt. Sie haben Krieg und Not nicht miterlebt, ihr persönlicher Erlebnishorizont war der wachsende Wohlstand. Warum, wenn man doch das Leben genießen kann, Marcuse lesen und Gruppensex praktizieren kann (polemisch gesagt), warum sich dann einengen lassen durch den Muff von 1000 Jahren? Dazu zählte selbstverständlich nicht nur explizit faschistoides sondern alles, was irgendwie mit Tradition und Konvention zusammenhing, ob Kleidernormen oder Volkslieder, ob Autorität in der Erziehung oder Rekurs auf ein „Volk“.

Das hatte, und dieses Wort ist mein Zugeständnis an die 68er, eben einige nicht-intendierte Konsequenzen:
Selbstverwirklichung und „Befreiung“ in Erziehung und Partnerschaft, Lebensentwürfen, Kultur, gesellschaftlichem Zusammenleben und Arbeit führte zur Erosion von familiären, normativen, kulturellen Fundamenten. Folgen: Kinderarmut, egozentrische Ellenbogengesellschaft, Patchwork-Identitäten und und und…
Die Ergebnisse kannst Du Dir bei „Deutschland sucht den Superstar“ und Co. ansehen: Eine Generation degenerierter Individualisten, die sich selbst verwirklichen, „ihren Weg gehen“ wollen, Ruhm und Geld ohne bodenständige Arbeit und Tugenden, die trotz ihres Individualismus mehr von kollektiven Trends und dem Zeitgeist abhängig sind als jeder NS-Mitläufer, nur im hier und jetzt leben ohne Bindung zu Vergangenheit, Zukunft oder gar Transszendenz, die irgendwann mit 47 nach der fünften geschiedenen Ehe kinderlos im Drogenrausch auf ihr gescheitertes Leben blicken und ihr Heil in fernöstlichen Meditationskursen oder dem Islam suchen und nach ein paar weiteren Umschwüngen dann irgendwann ihr Hartz4-Geld versaufend auf den Tod wartend dahinvegetieren.

Also gut, wie gesagt, die meisten 68er haben das vielleicht nicht so gewollt, so wie ein „Alldeutscher“ vielleicht nicht gewollt hat, dass das ganze mal in Auschwitz endet, aber so ist es nunmal. Wir als Nachgeborene wissen es nun halt, was aus dem ganzen Spaß geworden ist, und unser Urteil muss vernichtend ausfallen, auch wenn manchen damals vielleicht ganz anderes vorgeschwebt ist als eben beschriebene Zustände, z.B. irgendeine Gesellschaft voller mündiger, aufgeklärter, partizipierender Bürger… Tja, willkommen in der Realität: „Du bist im Recall, LaKeisha!“ *heul* *kreisch*

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Demokratietheoretische Sicht von Multikulti

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1. Was ist Demokratie?
Etymologisch = Herrschaft des Volkes über sich selbst.

2. Wer ist dieses Volk?
Gemäß dem Ausspruch Ciceros nicht „jede beliebige Ansammlung von Menschen“, sondern nach seit jeher vorherrschender, unstrittiger Lehre eine Ansammlung von Menschen, bei denen bestimmte Gemeinsamkeiten (Sprache, Geschichte, geogr. Lage, Kultur…) dafür sorgen, dass sie sich mit dem „Demos“ identifizieren.

3. Wieso das jetzt überhaupt?
Die Begründung des Staates in der Demokratielehre, vor allem in der modernen liberalen Demokratie, erfolgt darüber, dass der Einzelne die Belange der Gesamtheit als seine eigenen Belange begreift und sich daher notfalls einer Mehrheitsenscheidung unterwirft, auch wenn sie seiner eigenen Meinung widerspricht. Nur so kann in der liberalen Demokratie gerechtfertigt werden, dass der Staat in die Belange des Einzelnen eingreift, notfalls gegen seinen Willen. Der Pluralismus der Meinungen und Weltanschauungen hat zur Basis die fundamentale Gleichheit der Zugehörigkeit zum Demos. Auf dieser Basis toleriert das Individuum, dass Mehrheiten womöglich gegen seine Ansichten sind, da er die Belange der Gesamtgesellschaft als Teil seiner eigenen Belange begreift.

4. Wie wird das garantiert?
Gar nicht. Mit den bekannten Worten des Staatsrechtlers Böckenförde beruht der moderne Verfassungsstaat auf der Grundlage dieser fundamentalen Gemeinsamkeiten, die er selbst nicht garantieren/schaffen kann. Wenn sich diese Gemeinsamkeiten auflösen, sei es durch wahnhaften Antikulturalismus der 68-er-Facon, sei es durch Pluralisierung der Gesellschaft durch Massenzuzug, hat die liberale Demokratie keine Mittel, die Voraussetzungen ihres Funktionierens wieder herzustellen.

5. Was ist die Folge daraus?
Schritt für Schritt delegitimiert sich das politische System, da Entscheidungen nicht mehr getragen werden. Wer sich nicht als Teil des Demos begreift, aus falsch verstandener Emanzipationsideologie heraus oder aufgrund der Identifikation mit einem anderen Demos (neudeutsch: Migrationshintergrund), kann auch die Entscheidungen nicht akzeptieren, die Repräsentanten in seinem Namen treffen. Umgekehrt sind auch diese Repräsentanten ohne jeden Anhaltspunkt für ein zu verwirklichendes Gemeinwohl und vertreten Partikularinteressen von Pressure Groups jeglicher Couleur. Die egozentrische Ellenbogengesellschaft ist entstanden, gleichzeitig besteht die Gefahr, dass sich größere Blöcke anhand ethnischer, kultureller oder anderer Merkmale gegeneinander abspalten.
All diese Merkmale können wir im Moment beobachten, zusammen mit der sinkenden Wahlbeteiligung als typischem Indikator.

Eine solche Gesellschaft driftet in einen Zustand hinein, in dem die mangelnden Konsensmöglichkeiten entweder zur völligen Unregierbarkeit oder aber zu einer autoritären Herrschaftsform führen müssen. Tertium non datur.

Die liberale Demokratie hat sich selbst entliberalisiert.

Als geistig umnachtet sind daher all diejenigen Psychopathen zu titulieren, die sowohl eine multikulturelle Gesellschaft als auch einen Ausbau liberaler und demokratischer Merkmale fordern. Das ist wie aus der Kuh mehr Milch herausbekommen zu wollen, indem man ihren Kopf dafür öfter mit dem Bolzenschussgerät traktiert. Aus demokratietheoretischer Sicht jedenfalls ein Wahnsinn.