Demokratische Rechte

Tradition und Moderne

Archive for the ‘Geschichte’ Category

EU – der neue Versailler Vertrag?

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Der erklärte Zweck internationaler Abkommen und die tatsächliche Intention dahinter müssen genausowenig übereinstimmen wie deren intendierten und die tatsächlichen Folgen.

Der erklärte Zweck der Pariser Vorortverträge von 1919 war es, Europa nach der Katastrophe des großen Krieges wieder zu befrieden. Tatsächlich aber sollte Deutschland kriegsunfähig gemacht, die angrenzenden Länder für ihr Eintreten auf Seiten der Entente mit Gebietsgewinnen belohnt und die Kriegskosten annähernd wieder hereingeholt werden. Wie die Sache ausging, wissen wir. Gewisse Kräfte machten sich den Unmut des gedemütigten Landes zunutze und am Ende lagen Millionen auf dem Schlachtfeld, in den Trümmern und den Konzentrationslagern. Anstatt weiterhin auf Basis einer „balance of power“ auf dem Kontinent weltweit operieren zu können, was jahrhundertelang die Devise Großbritanniens gewesen war, hatte es diesmal seine Kräfte auf dem Kontinent erschöpfend einsetzen müssen, wodurch das Empire, das noch wenige Jahre vorher ein Viertel der Welt umspannte, vor dem stückweisen Zerfall stand. Britannia rule the waves galt fortan noch für Gebiete der Kategorie Falkland, und auch die Grande Nation lag wieder einmal in Trümmern und sollte ebenfalls in der Folgezeit ihr Weltreich verlieren.

Das war der Preis, den die Alliierten zahlten. Jahrhundertelang waren die europäischen Kriege auf gleicher Augenhöhe von statten gegangen. Der Besiegte hatte in der Regel Reparationen zu zahlen und Gebiete abzutreten, das war die anerkannte Konsequenz aus dem Krieg als legitimes Mittel der Interessendurchsetzung souveräner Mächte. Erstmals seit langem aber kam 1919 wieder die Moral in großem Stile in die Politik, die Besiegten wurden zu Kriegsverbrechern erklärt, ihnen wurde wissentlich lügend die Alleinschuld am Kriegsausbruch angelastet, man schimpfte ihre Kultur und Verfasstheit, rechtfertigte damit Hungerblockaden und aberwitzige Reparationsforderungen. Den Rest des Beitrags lesen »

Written by anzg23

23.02.09 at 14:13:50

Gastbeitrag – Zum 150. Geburtstag Wilhelm II.

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Wilhelm II. Über kaum eine andere Persönlichkeit der jüngeren deutschen Geschichte wurde so kontrovers diskutiert, wie über ihn. Aber es ist eine Diskussion der Historiker. Weder politisch noch gesellschaftlich scheint der letzte deutsche Kaiser in Erinnerung geblieben zu sein; und wenn, dann als Militarist und Autokrat. Kaum wird darauf eingegangen, dass sogar eine ganze Epoche nach ihm benannt ist – nämlich die wilhelminische. Ohne die Erklärung seiner Zeit ist es beinahe unmöglich den Kaiser selbst zu beurteilen.

Niemand war seinerzeit so präsent und bekannt wie der Deutsche Kaiser.
Und keiner ging so in dieser Zeit auf, wie er. Das zur Reichsgründung noch landwirtschaftlich geprägte Deutschland entwickelte sich zum führenden Industriestaat. Es war eine Zeit tiefgreifender Veränderungen, technischer Wunder und Entdeckungen.
Innerhalb weniger Jahrzehnte entwickelte sich Deutschland als Vorreiter in Wissenschaft, Technik und Wirtschaft, das von dem fortschrittsgläubigen Kaiser häufig auch persönlich gefördert wurde. Viele bekannte Produkte, Unternehmen und Vereinigungen, die unseren Alltag heute prägen, gehen auf den innovativen Geist jener Zeit zurück. Den Rest des Beitrags lesen »

Written by Preuße

18.02.09 at 12:17:42

Gedenken an Dresden 1945

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Gestern und Heute vor mittlerweile 64 Jahren wurde das Elb-Florenz nahezu dem Erdboden gleichgemacht. Das Gedenken an die Opfer gerät immer mehr zur Farce. Opferzahlen werden gefälscht (kurz nach Ende des Krieges waren es noch 300.000, heute sollen es nicht mehr als 25.000 gewesen sein). Es wird bspw. nicht darüber diskutiert, ob es ein Kriegsverbrechen gewesen ist, eine total mit Flüchtlingen überfüllte Stadt mit Brandbomben oder generell zu bombadieren. Es wird nicht darüber diskutiert, welch Leid es war. Von linker Seite wird es sogar verteidigt. Aber alle haben das wesentliche aus den Augen verloren. In jener Nacht verloren völlig sinnlos meherere tausend unschuldiger Deutsche ihr Leben bzw. Angehörigen. Durch eine total unmenschliche wie nutzlose „Operation Clarion“ wurde eine der einst schönsten Stdäte der Welt zerstört. Dieser Artikel soll dazu dienen, dass jenen gedacht wird, die in dieser Nacht durch alliierten Bombenangriff ihr Leben ließen und denen nicht genug gedacht wird.

Ruht in ewigem Frieden!

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Written by Preuße

15.02.09 at 01:01:30

Verrat an unsere Vorfahren

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Written by Preuße

08.11.08 at 01:24:15

Veröffentlicht in Ansichten, Geschichte, Gesellschaft, Thema des Tages

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Tribute to John McCain

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Written by Preuße

08.11.08 at 01:21:38

Wollten die 68er das?

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War die 68er-Revolte notwendig? Mal eine ehrliche, persönliche Meinung:
Ich kann das als Nachgeborener nicht gut nachvollziehen, vielleicht war es so, vielleicht empfanden das viele als notwendig. Ich weiß nicht, wie es mir damals ergangen wäre.

Es ist halt so: Die 68er haben in einer kulturhomogenen, durch Konventionen und Sitten geregelten Gesellschaft gelebt. Diese Dinge halten Gesellschaften zusammen, aber auf sie hat es eher einengend gewirkt. Sie haben Krieg und Not nicht miterlebt, ihr persönlicher Erlebnishorizont war der wachsende Wohlstand. Warum, wenn man doch das Leben genießen kann, Marcuse lesen und Gruppensex praktizieren kann (polemisch gesagt), warum sich dann einengen lassen durch den Muff von 1000 Jahren? Dazu zählte selbstverständlich nicht nur explizit faschistoides sondern alles, was irgendwie mit Tradition und Konvention zusammenhing, ob Kleidernormen oder Volkslieder, ob Autorität in der Erziehung oder Rekurs auf ein „Volk“.

Das hatte, und dieses Wort ist mein Zugeständnis an die 68er, eben einige nicht-intendierte Konsequenzen:
Selbstverwirklichung und „Befreiung“ in Erziehung und Partnerschaft, Lebensentwürfen, Kultur, gesellschaftlichem Zusammenleben und Arbeit führte zur Erosion von familiären, normativen, kulturellen Fundamenten. Folgen: Kinderarmut, egozentrische Ellenbogengesellschaft, Patchwork-Identitäten und und und…
Die Ergebnisse kannst Du Dir bei „Deutschland sucht den Superstar“ und Co. ansehen: Eine Generation degenerierter Individualisten, die sich selbst verwirklichen, „ihren Weg gehen“ wollen, Ruhm und Geld ohne bodenständige Arbeit und Tugenden, die trotz ihres Individualismus mehr von kollektiven Trends und dem Zeitgeist abhängig sind als jeder NS-Mitläufer, nur im hier und jetzt leben ohne Bindung zu Vergangenheit, Zukunft oder gar Transszendenz, die irgendwann mit 47 nach der fünften geschiedenen Ehe kinderlos im Drogenrausch auf ihr gescheitertes Leben blicken und ihr Heil in fernöstlichen Meditationskursen oder dem Islam suchen und nach ein paar weiteren Umschwüngen dann irgendwann ihr Hartz4-Geld versaufend auf den Tod wartend dahinvegetieren.

Also gut, wie gesagt, die meisten 68er haben das vielleicht nicht so gewollt, so wie ein „Alldeutscher“ vielleicht nicht gewollt hat, dass das ganze mal in Auschwitz endet, aber so ist es nunmal. Wir als Nachgeborene wissen es nun halt, was aus dem ganzen Spaß geworden ist, und unser Urteil muss vernichtend ausfallen, auch wenn manchen damals vielleicht ganz anderes vorgeschwebt ist als eben beschriebene Zustände, z.B. irgendeine Gesellschaft voller mündiger, aufgeklärter, partizipierender Bürger… Tja, willkommen in der Realität: „Du bist im Recall, LaKeisha!“ *heul* *kreisch*

Demokratietheoretische Sicht von Multikulti

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1. Was ist Demokratie?
Etymologisch = Herrschaft des Volkes über sich selbst.

2. Wer ist dieses Volk?
Gemäß dem Ausspruch Ciceros nicht „jede beliebige Ansammlung von Menschen“, sondern nach seit jeher vorherrschender, unstrittiger Lehre eine Ansammlung von Menschen, bei denen bestimmte Gemeinsamkeiten (Sprache, Geschichte, geogr. Lage, Kultur…) dafür sorgen, dass sie sich mit dem „Demos“ identifizieren.

3. Wieso das jetzt überhaupt?
Die Begründung des Staates in der Demokratielehre, vor allem in der modernen liberalen Demokratie, erfolgt darüber, dass der Einzelne die Belange der Gesamtheit als seine eigenen Belange begreift und sich daher notfalls einer Mehrheitsenscheidung unterwirft, auch wenn sie seiner eigenen Meinung widerspricht. Nur so kann in der liberalen Demokratie gerechtfertigt werden, dass der Staat in die Belange des Einzelnen eingreift, notfalls gegen seinen Willen. Der Pluralismus der Meinungen und Weltanschauungen hat zur Basis die fundamentale Gleichheit der Zugehörigkeit zum Demos. Auf dieser Basis toleriert das Individuum, dass Mehrheiten womöglich gegen seine Ansichten sind, da er die Belange der Gesamtgesellschaft als Teil seiner eigenen Belange begreift.

4. Wie wird das garantiert?
Gar nicht. Mit den bekannten Worten des Staatsrechtlers Böckenförde beruht der moderne Verfassungsstaat auf der Grundlage dieser fundamentalen Gemeinsamkeiten, die er selbst nicht garantieren/schaffen kann. Wenn sich diese Gemeinsamkeiten auflösen, sei es durch wahnhaften Antikulturalismus der 68-er-Facon, sei es durch Pluralisierung der Gesellschaft durch Massenzuzug, hat die liberale Demokratie keine Mittel, die Voraussetzungen ihres Funktionierens wieder herzustellen.

5. Was ist die Folge daraus?
Schritt für Schritt delegitimiert sich das politische System, da Entscheidungen nicht mehr getragen werden. Wer sich nicht als Teil des Demos begreift, aus falsch verstandener Emanzipationsideologie heraus oder aufgrund der Identifikation mit einem anderen Demos (neudeutsch: Migrationshintergrund), kann auch die Entscheidungen nicht akzeptieren, die Repräsentanten in seinem Namen treffen. Umgekehrt sind auch diese Repräsentanten ohne jeden Anhaltspunkt für ein zu verwirklichendes Gemeinwohl und vertreten Partikularinteressen von Pressure Groups jeglicher Couleur. Die egozentrische Ellenbogengesellschaft ist entstanden, gleichzeitig besteht die Gefahr, dass sich größere Blöcke anhand ethnischer, kultureller oder anderer Merkmale gegeneinander abspalten.
All diese Merkmale können wir im Moment beobachten, zusammen mit der sinkenden Wahlbeteiligung als typischem Indikator.

Eine solche Gesellschaft driftet in einen Zustand hinein, in dem die mangelnden Konsensmöglichkeiten entweder zur völligen Unregierbarkeit oder aber zu einer autoritären Herrschaftsform führen müssen. Tertium non datur.

Die liberale Demokratie hat sich selbst entliberalisiert.

Als geistig umnachtet sind daher all diejenigen Psychopathen zu titulieren, die sowohl eine multikulturelle Gesellschaft als auch einen Ausbau liberaler und demokratischer Merkmale fordern. Das ist wie aus der Kuh mehr Milch herausbekommen zu wollen, indem man ihren Kopf dafür öfter mit dem Bolzenschussgerät traktiert. Aus demokratietheoretischer Sicht jedenfalls ein Wahnsinn.