Demokratische Rechte

Tradition und Moderne

Analyse der Deutschen Gesellschaft

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Die Deutsche Gesellschaft lässt sich nicht so leicht mit anderen Gesellschaften vergleichen. Selbst die Gesellschaft in den alten Bundesländern lässt sich schwer mit der in den neuen vergleichen. Aber wieso ist das so? In jetzt 18 Jahren nach der Wiedervereinigung der beiden Deutschen Staaten sind die Gesellschaften noch immer meilenweit voneinander entfernt. Die Gesellschaften sind total untschiedlich, zumindest zum Teil. Ich möchte ein paar Aspekte vergleichen und genauer beleuchten:

Familienstruktur

In der ehemaligen DDR gab es ein weites Netz von Kindergrippen und Kindergärten. Ich selbst habe dies noch erlebt. Doch was ist die Folge daraus? Da in der DDR jeder arbeiten musste, also auch die Frauen, mussten die Kinder „zwangsläufig“ von staatlichen Einrichtungen erzogen werden. Dadurch konnten sie natürlich auch indoktriniert werden, was der Hauptgrund dafür sein dürfte. Die Folge war, dass die Familienstrukturen zerstört wurden. Wenn man keine gesunden Familienstrukturen mehr hat, ist man anfälliger für Propaganda der Extrema. In der alten BRD gab es zwar Kindergärten, aber es war bei weitem nicht so weit ausgedehnt wie in der DDR. Was ist die Folge heutzutage? Da die Familienstrukturen in der ehemaligen DDR systematisch zerstört wurden, sind die Kinder rückhaltlos. Also sind sie anfälliger für Organisationen, die auf Kamerad- bzw. Genossenschaft setzen. Die Folge der Kindergrippen und -gärten ist also eng verbunden mit dem Erfolg der NPD und DVU im „Osten“. Aber wieso soll das System, was die Familienstruktur zerstört hat, in der aktuellen BRD einführen? Was erhofft man sich davon? Will man den Extrema in die Karten spielen? In Zeiten des Wirtschaftswunders war es doch auch möglich, Kindererziehung und Arbeit unter einen Hut zu bekommen und heute muss diese Aufgabe der Staat übernehmen? In die Kindererziehung sollte der Staat nicht eingreifen, weil dann immer eine Indoktrinierung damit verbunden ist und das Kind sich nicht frei entwickeln kann.

Aber nicht nur in der Familie sind gravierende Unterschiede zwischen „Ost“ und „West“ feststellbar. Auch in der Ausübung von Traditionen und Lokalpatriotismus gibt es riesen Unterschiede:

Tradition

In der alten BRD gibt es sehr viele traditionsbewusste Regionen. Allein in Bayern und Baden-Württemberg. Dort ist und kann man noch stolz auf seine Heimat sein. Traditionen werden bewahrt und auch verteidigt und vorallem selbst noch von der Jugend ausgeübt. Aber wie steht es mit der Tradition im „Osten“? Es werden eher Traditionen aus der DDR-Zeit gefeiert, bewahrt, etc. aber aus der Zeit davor eher weniger. Im „Osten“ werden bspw. die wenigsten kirchlichen Feiertage gefeiert, alte Traditionen wie Kirchweihe (Kirmes) sind nur noch Sauforgien. Der Gottesdienst ist sehr, sehr spärlich besucht. Egal ob man gläubig ist oder nicht, aber zu Weihnachten, der Kirmes und Ostern sollte man schon in die Kirche gehen. Da Tradition wenig vorhanden ist bzw. wenig ausgeübt wird, ist der sog. Lokalpatriotimus auch vorhanden. Kaum jemand kann sich mit seiner Heimat identifizieren. Selbst mir fällt es schwer, mich mit Thüringen zu identifizieren. Ich sehe mich in erster Linie als Deutscher, danach als Preuße und dann erst als Thüringer. Aber dieses Phänomen ist auch immer mehr im Westen zu spüren. Durch immer mehr Zuwanderung werden alte Traditionen und regionspezifische „Eigenarten“ kaum noch an die Kinder weitergegeben. Da andere Kulturen von „unserer“ Regierung immer mehr bevorzugt werden, ist es nicht verwunderlich, dass irgendwann niemand mehr was über seine Region weiß oder sich mit ihr identifiziert. Wenn der Lokalpatriotimus ausgestorben ist, dann fällt auch die Liebe zu Deutschland zwangsläufig weg. Wie will man sich mit einem Land identifizieren, wenn es schon schwer fällt, sich mit seiner Heimatregion zu identifizieren? Da ist es weniger verwunderlich, wenn Kameradschaften so großen Zulauf haben, da sie in Augen vieler Gemeinschaft und Traditionspflege bieten.

Der größte Unterschied ist in der Politik zu sehen:

Nirgends ist der Unterschied so groß. Im Westen ist das Wahlergebnis, -verhalten komplett anders als im Osten. Aber wieso ist das so? Ganz einfach, weil bei der Wiedervereinigung Scheiße gebaut wurde. Wie kann man nur die Fehler wiederholen, die zu Beginn der Weimarer Republik begangen wurden. Der Beamtenapparat ist zwar zum Teil erneuert wurden, aber nur zum Teil. Viele Lehrer aus DDR-Zeiten sind noch immer im Dienst. Wie soll die Jugend aus den DDR-Fehlern lernen, wenn immer noch das DDR-Personal vor ihnen steht und lehrt? Es ist doch nicht verwunderlich, dass die SED (aka Linkspartei) 20% und mehr einfährt. Wenn alles Übel der Welt zusammenkommt, wird Bodo Ramelow nächstes Jahr sogar Ministerpräsident von Thüringen und zwar mit Hilfe der SPD, aber nur als Juniorpartner. Es ist logisch, dass die Menschen sich die Zeit zurückwünschen, als sie noch Arbeit hatte. Also wählen sie auch diese Mauermörderpartei. Sie sind wegen vieler Dinge wieder zu SED-Wählern geworden.

Fazit

Wir regen uns immer über Parallelgesellschaften auf, dabei leben selbst wir Deutschen in zwei Gesellschaften. Wie können wir von Ausländern verlangen, dass sie keine Parallelgesellschaften aufbauen sollen, wenn wir unsere Brüder und Schwestern selbst nicht in die „Westdeutsche Gesellschaft“ lassen. Es ist kein Wunder, wenn sie die SED wiederwählen. Ihnen wurden „blühende Landschaften“ versprochen, Arbeit, Wohlstand, etc. Sie wurden gezielt verarscht und für dumm verkauft. Jetzt braucht sich die Politik nicht zu wundern. Wir Deutsche müssen unsere Brüder und Schwestern im „Osten“ endlich unterstützen. D.h. sie müssen für die gleiche Arbeit den gleichen Lohn bekommen, dass gleiche Angebot an Infrastruktur etc. vorfinden. Einfach, der Unterschied zwischen Ost und West muss wegfallen, denn sonst zerbricht der Staat und die Möglichkeit einer Diktatur besteht. Wir müssen auch endlich aufhören, mit den Ost-West-Dualismus in Deutschland. Es gibt kein Ost- und kein Westdeutschland, sondern nur ein Deutschland! Das müssen wir endlich der Deutschen Gesellschaft begreiflich machen. Sonst hat der Deutsche Staat keine lange Zukunft mehr.

Gruß Preuße

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Written by Preuße

27.03.08 um 22:58:08

Veröffentlicht in Allgemein, Gesellschaft

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Eine Antwort

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  1. Sehr gute Analyse! Es ist richtig, daß wir in einer Parallelgesellschaft leben: im Osten und im Westen. Dies ist tatsächlich auf die Wiedervereinigung zurückzuführen, denn die wurde über’m Knie abgebrochen und war nicht durchdacht. So wurde damals unter anderem auch die D-Mark geopfert. Man hätte sich mehr Zeit lasse und die ganze Sache logistisch und emotional besser angehen müssen.

    haihunter

    31.03.08 at 11:06:22


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